Dienstag, 10. September 2013

Die Europäische Union - Prärie der Tierquäler


Die EU ist eine gute Idee, oder? Offene Grenzen für Mensch und Tier. Schlachttiere wie Rinder und Pferde dürfen nur noch nach strengen EU-Vorschriften zwischen den Ländern hin und her transportiert werden. Diese Richtlinien sehen auch Pausen und Abladen in genau vorgeschriebenen Abständen vor.

Doch wer kontrolliert das schon bei den Rodeotieren, die von Deutschland ins europäische Ausland und wieder zurück verfrachtet werden? Die Bullen und Pferde enden schließlich auch im Schlachthof, wenn sie den Vorstellungen der Cowboys nicht entsprechen. Die EU-Kommission sieht sich jedoch nicht zuständig für Rodeo, Pferdesport, Stierkampf und sonstige Veranstaltungen mit Tieren. Die Mitgliedsstaaten sind dafür verantwortlich, jedenfalls in der Theorie.

Die Praxis sieht so aus: Da ein kommerzieller Rodeobetrieb im deutschen Tierschutzgesetz wie ein Wanderzirkus behandelt wird, müssten eigentlich Einträge über dessen Aufenthaltsorte und etwaige Vorkommnisse im Zirkusregister gemacht werden. Eigentlich.

Aber unabhängig davon, ob die Zirkusregisterverordnung innerhalb Deutschlands funktioniert, sind die Tiere im Ausland vollkommen allein gelassen.



In diesen Tagen findet in Belgien erneut Rodeo unter Teilnahme deutscher und belgischer Möchtegern-Cowboys und Tiere statt.




Von Tierschützern auf die Vorkommnisse im belgischen Waardamme im September 2012 angesprochen, fragte ein Mitarbeiter der für Tierschutz zuständigen Stelle "Dierenwelzijn", was man denn ihm erwarte. "Vielleicht, dass Sie Ihren Job machen?" wäre eine mögliche Antwort gewesen. 


Die Aufnahmen aus 2012 im belgischen Waardamme geben einen kurzen Eindruck davon wieder, was deutsche Cowboys mit ihren Tieren machen, sobald sie die Ländergrenze passiert haben: http://www.youtube.com/watch?v=LIdYQ2bZycw

Offensichtlich wurden die belgischen Behörden, ebenso wie die Behörden in anderen EU-Ländern von Rodeo überrascht, allerdings gibt auch das belgische Tierschutzgesetz eine Handhabe gegen den allzu krassen Umgang mit Tieren.
  

Der deutsche Stock Contractor "Rodeo America" tut so, wenn er mit schlimmen Bildern aus seinen Shows konfrontiert wird, als ob das mit seinem Unternehmen nichts zu tun habe und dass es sich um Aufnahmen aus dem Ausland handele. In der Tat, die Aufnahmen stammen aus dem Ausland - und zwar aus seinen Shows mit seinen Tieren.

Und wem es nach den Aufnahmen aus Belgien noch nicht reicht, der kann sich auch gerne noch die Aufnahmen aus Frankreich ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=K3bjya3qmK8

Große Unterschiede zu amerikanischen Rodeos kann man nicht erkennen. Aber darauf sind die Cowboys wohl eher stolz.

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